
Wie bisher in allen Bret Easton Ellis-Verfilmungen trifft auch hier eine Riege äußerst cooler Jungdarsteller aufeinander, und wieder geht es um das zentrale Thema des Kultautors: die Halt- und Zügellosigkeit der maroden L.A.-Scheinwelt in den neon-schrillen 80ern. Auftakt ist die Beerdigungsfeier eines gemeinsamen Freundes, und es schmerzt schon ein wenig, die Partykids mit den akkurat gestylten Popperwellen zu be-obachten, deren Blicke hinter schwarzen Ray Bans keine Regung verraten. Die Clique besteht aus lose verbundenen, mit sich selbst beschäftigten Figuren, die im besten Fall Drogen und Sex miteinander teilen. Graham (Jon Foster) ist mit Christie (Amber Heard) zusammen, die auch Martin vögelt (Austin Nichols). Das stört Graham, obwohl er selbst mit Martin ins Bett geht. Der wiederum auch mit Grahams Mutter (eine großartig frustrierte, pillenabhängige Kim Basinger), die sich über die offensichtliche Affäre ihres unterkühlten Gatten (Billy Bob Thornton) mit einer TV-Moderatorin (Winona Ryder) hinwegzutrösten versucht. Aber Trost ist das Letzte, was die orientierungslosen Gestalten in dem Szenario finden werden, deren Welt zu glatt ist, um etwas anderes als Oberflächlichkeiten auszutauschen. Es gibt Szenen in THE INFORMERS, die von einer visuell rauschhaften Schönheit sind, unterlegt mit einem durchweg genialen Soundtrack, der uns Hits von „Devo“, „Simple Minds“ oder „Men Without Hats“ um die Ohren fegt. Aber die fehlende Menschlichkeit im Gegenzug, das Desinteresse der Protagonisten an ihrem jeweiligen Gegenüber wirken immer wieder verstörend. So führt uns auch ein weiterer, düsterer Handlungs-Nebenstrang zu Mickey Rourke, der hier mit seiner Performance als böse abgefuckter Ganove und Kindsentführer seinem Erfolg in THE WRESTLER vorgreift. Soghaft, glamourös, hedonistisch und zuweilen bizarr: Regisseur Gregor Jordan (NED KELLY, BUFFALO SOLDIERS) lässt das apokalyptische Spiel auf eine gnadenlose Spitze zutreiben und zeichnet ein gleichermaßen anziehendes wie abschreckendes Moralstück einer abgründigen Society.
VERLEIH SENATOR FILMVERLEIH
www.theinformers.com
Frankfurt / 31 März / 21.45 Uhr / Metropolis 1
Köln / 28 März / 22.00 Uhr / Cinedom 11
München / 03 April / 19.45 Uhr / City