BOY CULTURE
OPENING NIGHT

USA 2006, 35mm, ca 88 min, englische OV, Deutsche Premiere
Q. Allan Brocka

 

Wenn das keine Empfehlung ist: Romanautor Matthew Rettenmund höchstpersönlich meldete sich bei der Filmdatenbank imdb.com mit einem Kommentar zu Wort und erteilte der Verfilmung seines Buches die Weihen: „Es gibt viele Schwulenfilme, die ich nicht zu meinen Lieblingen zählen würde. Ich hatte so meine Ängste, dass auch diese Adaption lächerlich ausfallen würde, aber ich kann gar nicht genug betonen, dass ich finde, die Filmemacher haben eine exzellente Arbeit abgeliefert.“ Gut gebrüllt – BOY CULTURE ist ein Erlebnis und macht Spaß, ohne jemals flach zu sein. X ist Hauptfigur und Erzähler von Q. Allan Brockas elegantem, gewitzten und kein Blatt vor den Mund (oder Körper) nehmenden Beziehungsreigen über eine schwule WG, wie man sie vielleicht in einer Mischung aus QUEER AS FOLK und SEX AND THE CITY erleben könnte. Der Romanvorlage gerecht werdend, bietet die in Seattle angesiedelte Sittenkomödie komplizierte Gefühle und vielschichtige Beziehungen ebenso wie coole Klamotten und durchdesignte Wohnungen – das Ganze gewürzt mit reichlich smart-spitzen Bemerkungen.

X schlägt sich als Edel-Callboy durchs Leben, um seinen exquisiten Lifestyle zu finanzieren, hat dabei aber nie mehr als zwölf Kunden (seine „Jünger“, wie er sie nennt) in der Kartei – man hat ja gewisse Standards. Eigentlich ist er in seinen hinreißenden Roommate Andrew verliebt, der ihm jedoch die kalte Schulter zeigt und seine Neigungen lieber mit wechselnden Jungs ausprobiert, während Nesthäkchen Joey jederzeit bereit wäre, X zur Seite zu stehen – ohne Erfolg, denn der hat nur Augen für Andrew. Überhaupt ist es X’ Problem, dass er nur dann Sex haben kann, wenn man ihn dafür bezahlt. Das ist schließlich der Knackpunkt seiner Beziehung mit seinem neuen Freier Gregory, einem kultivierten, älteren Herrn, der seine Zeit mit X in seinem geschmackvoll eingerichteten Appartement nutzt, um mit ihm zu reden – und langsam dessen sorgfältig errichtete Mauer, sich keinesfalls jemals eine Blöße zu geben, niederreißt.

Regisseur Brocka nähert sich seinem Sujet ohne Vorbehalte und bedient sich stilistisch bei Danny Boyles Popart-Mosaik TRAINSPOTTING, ohne dass man ihm böse dafür sein will. Dafür ist seine entspannte Haltung zu erfrischend, dafür sind die Schauspieler zu gut: Gerade sexy Newcomer Derek Magyar sieht nicht nur gut aus, sondern beweist in seinen Szenen mit dem souveränen Rohmer-Veteran Patrick Bauchau ungeahnte Tiefe – und findet dabei sein OWN PRIVATE IDAHO, wenn man so will.

“A strong cast, formal visual style and cynical voiceover that propels the action help elevate this Seattle-set gay romp from the ranks of the stereotypical. Based on the novel by Matthew Rettenmund, Q. Allan Brocka’s sophomore feature wryly recounts a tragicomic dance of displaced desire as three roommates circle each other warily, uncovering layers of denial, defensiveness and role-playing. … Hero-narrator X (Derek Magyar) is a 26-year-old hustler with a large bank account and an exclusive clientele of 12 (his ‘disciples,’ as he sardonically calls them). Avoiding non-monetary relationships like the plague, he is nevertheless attracted to his sexy black roommate Andrew (Darryl Stevens), who has not quite come to terms with his sexuality. Meanwhile, his other roommate, an outrageous teen twink named Joey (Jonathon Trent), is madly in love with X, while screwing anything that moves.” Variety

 

MÜNCHEN   14. Nov
14. Nov
  20:00 Uhr
22:15 Uhr
  CITY
CITY
FRANKFURT   15. Nov   20:30 Uhr   METROPOLIS 6
KÖLN   22. Nov   20:00 Uhr   CINEDOM 9
BERLIN   29. Nov   20:30 Uhr   INTERNATIONAL

 

REGIE
Q. Allan Brocka

DARSTELLER
Derek Magyar, Patrick Bauchau, Darryl Stephens, Jonathon Trent, Peyton Hinson, Kyle Santler, Emily Brooke Hands, Matt Riedy

DREHBUCH
Q. Allan Brocka, Philip Pierce, Matthew Rettenmund (Buchvorlage)

PRODUZENTEN
Stephen Israel, Philip Pierce, Victor Simpkins

WELTVERTRIEB / PRODUKTION
Wolfe Releasing

VERLEIH
Pro-Fun Media

AWARDS
Phillyfest 2006 - Best Film, Best Narrative Feature

www.boy-culture.com