BIG BANG LOVE: Juvenile A Japan 2006, Beta, ca 85 min, japanische OmeU
60 Filme hat der Regie-Berserker Takashi Miike in den letzten zehn Jahren gedreht und sich so ziemlich an allen Tabus abgearbeitet, die seine, oder besser jede beliebige Zivilisation so hergibt: wilde Gangsterfilme, abartige Familiendramen, Horror mit SM-Latex-Heroinen, Manga-Adaptionen mit onanierenden Killern, verrückte Betrachtungen einer absurden Welt. Eine Arbeitswut, die an Rainer Werner Fassbinder gemahnt, dem das japanische Enfant terrible niemals näher war als in dieser genialischen Vision einer homoerotischen Apokalypse: Unweigerlich muss man an Fassbinders Höllenvision von Genets „Querelle“ denken, wenn Takashi seine Kamera durch einen nicht näher definierten Männerknast streifen lässt. Dort finden sich inmitten aller Gewalt zwei Männer, beide wegen Mordes verurteilt und doch so unterschiedlich, wie man nur sein kann: der sensible Jun auf der einen, der zu Gewaltausbrüchen neigende Shiro auf der anderen Seite. Als Shiro erwürgt aufgefunden wird, gesteht Jun die Tat. Zwei Polizeibeamte machen sich an die Arbeit, die Hintergründe des Falles aufzulösen. So weit, so nachvollziehbar. Die folgende Reise ins Herz der Finsternis aber ist mit Worten nicht mehr beschreibbar. Film ist für Takashi Miike verhandelbare Masse, und so darf man sich nicht wundern, wenn man den Boden unter den Füßen verliert. Das ist der Plan – und BIG BANG LOVE eine Explosion an unvergesslichen Bildern, die in ihrer Schönheit dem unglaublichen Tanz zu Beginn des Films in nichts nachsteht. “Homoerotic prison life acts as an inscrutable metaphor for what’s wrong with modern Japan in BIG BANG LOVE: JUVENILE A the latest outing from Takashi Miike. Clarity is not the prolific Japanese director’s strongest characteristic, but despite being highly impenetrable, this labyrinthine effort about a murder in a prison eventually reveals a soulful center.” Variety
REGIE DARSTELLER DREHBUCH PRODUZENTEN WELTVERTRIEB / PRODUKTION VERLEIH
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