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OPENING NIGHT GALA
BRÜDERLIEBE - THREE DANCING SLAVES
WETTBEWERB//COMPETITION
  
Frankreich 2004
ca 90 min
französische
OmdU

Regie, Gaël Morel

Aus seiner Homosexualität hat der französische Schauspieler und Regisseur Gaël Morel (WILDE HERZEN) nie einen Hehl gemacht. LE CLAN (oder BRÜDERLIEBE wie der deutsche Titel verheißt), Morels dritte Regiearbeit nach FULL SPEED und LES CHEMINS DE L'OUED, macht da keinen Unterschied.

Der bestechend fotografierte, episodisch ineinander verwobene Film ist eben nicht nur das packende Porträt dreier – man muss es so sagen: perfekt aussehender – Brüder in der ländlichen Berggegend nahe Annecy, sondern zelebriert auch den männlichen Leib, als hätte Bruce Weber himself Hand angelegt:

Durchtrainierte, durch kein einziges Haar entstellte Körper, bewundernd und verliebt und gerne auch ein wenig erotisch fotografiert, ziehen sich wie ein roter Faden durch die drei nach den Namen der Brüder benannten Teile des wie unter Hochdruck stehenden Films.

Obwohl Morel den Blick nicht von den Jungs abwenden kann, sie immer wieder wie selbstverständlich nackt und sehr entspannt in einer fast frauenfreien Zone inszeniert, wirkt LE CLAN nicht prätentiös, hängt ihm trotz einiger expliziter Szenen nie der Nimbus der Exploitation nach. Dafür nimmt er seine Figuren zu ernst, sind die drei voneinander durchdrungenen Geschichten zu klug beobachtet:

Wenn vom rebellischen Marc erzählt wird, der von seinem frisch aus dem Gefängnis entlassenen Bruder Christophe erwartet, ihn bei einer Vendetta zu unterstützen, wenn Christophe sich in einer Fleischfabrik wieder um Normalität in seinem Leben bemüht, oder wenn der 17-jährige Olivier seine Liebe für den etwas älteren Hicham entdeckt, dann akzeptiert man Morels eigenwilligen Blick als das, was er ist: seinen ganz persönlichen Stil, um eine emotional schonungslose Momentaufnahme von vom Leben herausgeforderten jungen Männern zu zeichnen, deren überschüssige Energie sich in Aktionen mit tragischen Folgen, aber auch in ergreifender Zärtlichkeit entladen kann. Ein perfekter Eröffnungsfilm, der mitreißt und verführt...


“Three distinct segs are named after the three brothers. Marc (Nicolas Cazale), a perfect physical specimen, age 22, is a tightly-coiled rebel. His fury is impossible to channel once his admired older brother, Christophe (Stéphane Rideau), gets out of prison but refuses to help him avenge a terrible injustice at the hands of local toughs. Christophe lands a job at a factory that salts hams. The tedium of an assembly line is as well-lensed as the muscles, gleaming torsos, crotches and butts on which the camera constantly dotes. Meanwhile, the third brother, Olivier (Thomas Dumerchez), 17, admires his confreres but chafes at home. He’s attracted to 21-year-old Hicham (Salim Kechiouche). Pic is one of the more unabashed filmic appreciations of male beauty since -- well, since Wolfgang Petersen aimed a camera at Brad Pitt -- and Morel excels at exploring the raw (...) energy of bored young men. Mountain scenery near Annecy emphasizes how easy it is to lead a constricted life in proximity to wide open spaces.”
Variety

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