|



|
CLOSING NIGHT
WETTBEWERB
Erstaufführung
L.I.E. - LONG ISLAND EXPRESSWAY
USA 2001
directed by
michael cuesta
starring
brian cox, paul franklin dano, billy kay
Die titelgebende Autobahn, die den sterilen middle-class suburb Long Island
mit dem Rest der Welt verbindet, steht auch als Metapher für die
Initiation des heranwachsenden Howie in die verwirrende Welt der Erwachsenen
und der Sexualität.
Nach dem Tod der Mutter ist Howies Dad hauptsächlich damit beschäftigt,
sich an seiner neuen Freundin auszutoben. Der sensible 15-jährige
bleibt sich selbst überlassen. Er schließt sich einer Gang
an, die aus Langeweile in Vorstadthäuser einbricht. Anführer
ist der selbstbewusste Narziss Gary, ein tätowiertes und gepierctes
white trash kid mit Engelsgesicht und diabolischem Sexappeal und
zugleich bevorzugtes Objekt Howies erotischer Fantasie. Niemand aus der
Klicke ahnt, dass Gary seinen jungen Körper auf dem Autostrich vermarktet.
Bei einem ihrer nächtlichen Streifzüge lassen die Kids Waffen
aus dem Haus eines Ex-Marines mitgehen nicht ohne Folgen. Der im
Ort geachtete Vietnamveteran Big John ist den Jungen schnell auf der Spur.
Als Gary dann mit einer der Pistolen Richtung Kalifornien verschwindet,
wird Howie für den Diebstahl zur Verantwortung gezogen. Was
kannst Du mir geben, was 1000 Dollar wert ist?, fordert Big John
als Wiedergutmachung. Als Howies Vater wenig später wegen zwielichtiger
Geschäfte verhaftet wird, nimmt die Beziehung zwischen dem pädophilen
60-jährigen und dem sich seiner Sexualität bewusst werdenden
Teen unerwartet enge Züge an...
Das Thema Pädophilie, erst recht die Tatsache, dass der Knabenliebhaber
nicht als Horrorfigur gezeichnet ist, war zuviel für Amerikas Moralhüter:
Michael Cuestas Debüt bekam das NC-17 rating (ab 17 Jahren freigegeben)
der Todesstoß für den Film, der dadurch in vielen Kinos
gar nicht erst gezeigt wurde! Dabei geht das Erstlingswerk erstaunlich
nuanciert mit seinem provokanten Sujet um. Weder mutiert der
Ältere zum Monster, noch wird er kitschig zum Gestrauchelten mit
dem goldenen Herzen glorifiziert.
Die Presse war sich einig darüber, dass die restriktive Altersfreigabe
völlig ungerechtfertigt ist. Sie feierte Brian Cox einfühlsame
Darstellung (in der Rolle des Big John) als Oscar-würdig, den er
im prüden Land der gar nicht so unbegrenzten Möglichkeiten
wohl sicherlich nicht bekommen wird. Auch die jugendlichen Mitstreiter
sind glänzend besetzt und tragen mit dazu bei, dass das subtile Coming-of-Age
Drama rundum überzeugend wirkt und nachhaltig beeindruckt. Ein mutiges
Werk, mit enorm visuellem Gespür fotografiert und in Szene gesetzt.
Disoriented 15-year-old Howie, half-orphan, neglected
by his father and infatuated with a diabolically-sexual white trash kid,
seems the natural prey for paedophile predator Big John but things
take a totally different turn in this daring, but immensely subtle coming-of-age-story...
A boldly imaginative yet subtle exploration of male sexuality
in all its contradictions, complexities and fluidity... Like AMERICAN
BEAUTY it takes an unflinching look at the darker aspects of life in American
suburbia. Los Angeles Times
L.I.E. is a powerful reminder of the film mediums potential...
Exceptional in every regard, L.I.E. is truly a heartfelt masterpiece.
National Review Online
A coming-of-age-drama that includes a trio of knock-out-performances,
a gritty, wise screenplay, and directorial choices that are pitch perfect...
a fantastic work. Film Freak Central
A powerful and provocative achievement from a first-time filmmaker
of enormous promise... Cox... delivers one of the years best performances.
Rolling Stone
...one of the most profoundly moving motion pictures of the year.
New York Observer
The scenes between Brian Cox and Paul Dano are alone worth the price
of admission. Cox plays ...with a brilliance you have to see to believe.
Jam! Showbiz
|