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WETTBEWERB

Deutsche Premiere
Karmen Geï

senegal/frankreich/kanada 2001


written & directed by
joseph gaï ramaka

starring
djeïnaba diop gaï, magaye niang, stephanie biddle


Carmens wahre Liebe kann nur einer Frau gelten. Das bestätigt KARMEN GEÏ von der ersten Szene an, in der sich Karmen provozierend und unwiderstehlich in das Herz ihrer Gefängniswärterin Angelique tanzt. Warum sollten sich auch Libido und Freiheitsdrang dieser fast mythischen Figur den engen Konventionen der Heterosexualität beugen? Männer – sei es Soldat Lamine oder Gesangsstar Massigi – können Karmen doch nur stets als Liebesspielzeug dienen. Denn sie sind nicht fähig, die weibliche Naturgewalt zu begreifen. Angelique hingegen versteht dies nur zu gut und muss den Preis für solche Erkenntnis zahlen – gleich Karmen.

Prosper Merimées berühmte Novelle wurde bereits über 50 Mal verfilmt, auch eine rein ‘schwarze’ Inszenierung, CARMEN JONES, ist uns in guter Erinnerung geblieben. KARMEN GEÏ schafft es dennoch, völlig aufzuwühlen. Denn diese erste afrikanische Version ist als höchst ungewöhnliches Musical verpackt. Zwar orientiert sich Regisseur Ramaka an Bizets Libretto, doch hat er sämtliche der weltbekannten Musikstücke durch mitreißende senegalesische Rhythmen und Choreographien ersetzt und zeitgenössischer Jazz durchschmachtet den Film wie die unerfüllten Sehnsüchte seiner ProtagonistInnen.




Director Joseph Gaï Ramaka writes: “Carmen is a myth but what does Carmen represent today? Where do Carmen’s love and freedom stand at the onset of the 21st Century? Therein lies my film's intent, a black Carmen, plunged in the magical and chaotic urbanity of an African city.”