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CENTERPIECE

Deutsche Premiere
Far From Heaven

USA/Frankreich 2002

directed by
todd haynes

starring
julianne moore, dennis quaid


Nachdem sich François Ozon mit 8 FRAUEN bereits huldvoll vor Douglas Sirk verbeugte, stellt nun Todd Haynes mit FAR FROM HEAVEN den Film vor, den der unerreichte Meister des Melodrams (und Fassbinders Lieblingsregisseur) in den 50er Jahren wohl gern gemacht hätte, aber aufgrund der strengen Mores der Zeit und angewandter Zensur nie drehen durfte: ein Traum aus Technicolor, eine perfekt komponierte Sinfonie aus herbstlichen Farben, Kostümen und Dekors, die Harmonie signalisieren und doch nur goldener Käfig sind – in einer Welt, in der jeder Anflug von Individualismus von der Mitwelt gnadenlos bestraft wird.

Streng genommen ist die Geschichte einer vermeintlich makellosen allamerikanischen Familie, deren adrette Fassade zunehmend Risse bekommt und unter dem Druck von außen und innen zerbirst, ein in den Inhalten logisch weitergeführtes Remake von Sirks WAS DER HIMMEL ERLAUBT.

Die Dame des Hauses verliebt sich in dieser Herbstsonate eben nicht einfach nur in einen viel jüngeren Gärtner (damals Rock Hudson), sondern in einen Schwarzen (Dennis Haysbert), und der Ehemann ist nicht bloss Alkoholiker, sondern fällt dem Hochprozentigen anheim, weil er die eigene Homosexualität nicht wahrhaben will. Als er die eigenen Gefühle nicht mehr länger verleugnen kann, setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die zur sozialen Ächtung und weiteren schwerwiegenden Konsequenzen führen.

Begleitet von der unglaublich tollen Filmmusik von Elmer Bernstein läuft Julianne Moore, die schon in Haynes’ SAFE die Hauptrolle spielte (ein noch drastischerer Film über eine Frau, die an ihrer Umwelt erkrankt), zu Oscar-reifer Hochform auf, während Dennis Quaid als Ehemann, der vor seinem Coming out bedingungslos die Waffen streckt, den ungleich schwierigeren Part zu meistern hat. Er triumphiert – wie auch FAR FROM HEAVEN, ein Instant Classic, der Klischees der 50er Jahre aufgreift und in seiner konsequent cleveren Überzeichnung und gnadenlosen Stilisierung schlau die Frage stellt, ob wir von den grauen Zeiten von einst nicht längst schon wieder eingeholt worden sind. Pop, Poesie und Pointiertheit fügen sich zu einem Meisterwerk, das das Damals zitiert, aber mit seiner Einstellung und Aussage immer nur nach vorn weist – und das mit Bildern, in denen man sich schier suhlen möchte.





"FAR FROM HEAVEN is nothing short of a masterpiece." Entertainment Weekly

“Talk about movie heaven -- this is it.” Rolling Stone

The entire movie – every shot, every line, every tear and laugh and sigh – is a virtuosic re-creation of the floridly repressed yet darkly grandiose style of Douglas Sirk, the ‘50s studio-system director who made baroque melodramas like ALL THAT HEAVEN ALLOWS. Except that this is Sirk unhinged, with themes of sexuality, race, and alienation bursting to the surface as if they couldn’t be contained any longer. Haynes uses the visual and dramatic tropes of old Hollywood to create a modern pop tragedy of submerged desire in which the ripest soap opera dialogue takes on the quality of pure poetry, literally suggesting the things that can never be said aloud. Together, Julianne Moore, Dennis Quaid, and Dennis Haysbert turn the theatricality of ‘50s-style acting into a tormented romantic dance that just about burns with sincerity. It’s that quality of utterly non-ironic passion that is sure to make FAR FROM HEAVEN, the greatest 1950s movie never made, into one of the film events of the year.” Entertainment Weekly