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Klischee de luxe
Mit einem Budget von fast 100 Millionen Francs und einem ungewöhnlichen Aufgebot an Filmstars avancierte EIN MANN SIEHT ROSA, die französische Antwort auf DER BEWEGTE MANN, zum Komödienüberflieger und spielte selbst in den USA bisher 18 Mal mehr ein als einst Ralf Königs Filmadaption. Keine Frage, dass wir euch diesen Knaller nicht vorenthalten wollen, nämlich als Sneak Preview in München. Zufällig erfährt die graue Maus François Pignon (Daniel Auteuil, DIEBE DER NACHT) von seiner Kündigung als Buchhalter einer Kondomfabrik. Doch der schwule Nachbarsrentner (Michel Aumont, HIPPOLYTES FEST) spendet pragmatischen Rat und schickt kommentarlos eine Fotomontage François' in eindeutig schwuler Positur an die Firma. Pignons Chef (Jean Rochefort, BARRACUDA) wittert einen Boykott der Hauptzielgruppe seines Kundenstammes wegen vermeintlich homophober Firmenpolitik und weist nicht nur eine Beförderung Pignons an, sondern untersagt geschäftsmännisch jegliche Schwulenfeindlichkeit am Arbeitsplatz. Ein schwerer Schlag für Machorüpel Félix (Gérard Depardieu, ABENDANZUG). Seine schadenfrohen Kollegen (Thierry Lhermitte, LITTLE INDIAN - EIN INDIANER IN PARIS) flunkern ihm vor, er stehe ganz oben auf der Abschussliste, wenn er nicht seine geballte Weltoffenheit in Sachen "Der Schwule - mein bester Freund" hervorkitzele. Sohnemann findet Papa plötzlich ungemein cool, und selbst die Ex-Frau bekundet ungewöhnliches Interesse, während Kollegin Bertrand (Michèle Laroque, MEIN LEBEN IN ROSAROT) sich auf die Fahnen geschrieben hat, Pignon als Orientierungshochstapler zu enttarnen... LE PLACARD ist ein Mainstreamfilm, der dadurch besticht, dass er ebenso, eher sogar besonders von einem schwulen Publikum genossen werden kann. Hochnotpeinlicher gelenkgeknickter "Ich mach auf schwul" Slapstick bleibt uns dankend erspart. Stattdessen verändert Pignon sein Verhalten mit keinem Wimpernschlag. Vielmehr lässt er den neuen Wahrnehmungsphantasien seiner Mitmenschen freien Lauf. So schlägt dem Betriebshomo wider der Realität alsbald nicht nur das Kaleidoskop schwuler Klischees entgegen, sondern auch Wellen schleimigster pc-Toleranz.
When François Pignon learns by accident of his imminent dismissal from work, his gay neighbour opens Pandora's Box by sending a montage to the company, presenting Pignon in chaps and a very manly embrace. Frightened of political activism and a drop of sales for the company's main product - condomes - Pignon receives a promotion instead. While not changing himself, his world around him suddenly perceives him in a totally different light. Soon, private and company lives become beserk fits of politically correct rage...
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