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Queer Fokus
301•302

Korea 1996
Regie park chul-soo
Darsteller bang eun-jin, hwang sin-hye

 

Schlichtweg einmalig darf eine Frau unter größtmöglichem Aufgebot an Courage einer anderen Frau ihre Liebe beweisen. Dabei handelt es sich bei diesem Film um keine simple Lovestory, sondern um die wohl konsequenteste Bewältigung von sexuellem Kindesmissbrauch, den die Welt je gesehen hat.

Als Anker der Geschichte dienen verschiedene Formen von Essstörungen. Die Beschäftigung mit Lebensmitteln steht dabei weitgehend als Metapher für Sexualität. Während die nach ihrer Wohnungsnummer benannte 301 nach ihrer Scheidung die üppigsten Mahle zubereitet und auf der Suche nach ein wenig menschlicher Wärme verschenkt, bedeutet das Zuführen von Nahrung für die gegenüber wohnende 302 nichts als Schmerz. Als 301 schließlich auf den Grund für die von ihrer Nachbarin verweigerten Mahlzeiten stößt, entfaltet sich eine Solidarität von Frau zu Frau, die weit über die herkömmlichen Filmdarstellungen hinausgeht.

Vor einem ernsten Hintergrund gelang ein wunderbar romantisches Werk, das die Herzen der Zuschauerinnen im Sturm erobern wird.Südkoreas Vorzeige-Feminist Park Chul-Soo stellt sich kompromisslos dem Schicksal vieler Frauen, die, wie hier 302, im wahrsten Sinne des Wortes allmählich vom Gesicht der Welt verschwinden... Der mitreißend gefilmte und gespielte, schaurig-schöne 301•302 wurde 1996 als bester koreanischer Film ausgezeichnet und ins Rennen um den Auslands-Oscar geschickt.

 

When the inhabitant of apartment 301, a passionate cook, learns of the horrific reason of her neighbour’s repulsion at the mere sight of food and is faced with the unavoidable demise of that beloved woman, she proves her compassionate solidarity the only way she knows. A ghastly romance unfolds that has yet to find its match.