Der Winter naht und mit ihm eine spannende Ablenkung gegen trübe Regentage: Das 15. verzaubert hat wie üblich eine ambitionierte Auswahl der besten schwul-lesbischen Produktionen des laufenden Kinojahres zusammen gestellt: Insgesamt 50 Programme – von "wild romantisch" bis hin zu "provokant kontrovers" – gilt es zu entdecken. Somit ist für jede Menge Gesprächsstoff (und Dating-Gelegenheiten) gesorgt!

Zartes Erwachen: Mit einer Vielzahl herausragender Filme – angefangen mit unserem grandiosen Opener C.R.A.Z.Y, über die neuseeländische Tragikomödie 50 WAYS OF SAYING FABULOUS, der spannend umstrittenen Bruderliebe in HARRY AND MAX und gewohnt dramatisch-romantischen Beiträgen aus Frankreich à la LIKE A BROTHER und OH L'AMOUR – ist die aufkeimende Sexualität junger Schwuler ein deutlicher Schwerpunkt. Doch eine der schönsten Coming-outs der verzaubert-Geschichte dreht sich ganz allein um die Liebe jenseits der sechzig: WHEN I'M 64.

Best of the best: Neben C.R.A.Z.Y, kürzlich zum besten kanadischen Film 2005 gekürt, freuen wir uns auch mit unserem Centerpiece TIME TO LEAVE von Ausnahmeregisseur François Ozon (5x2, ACHT FRAUEN) und Abschlußfilm MYSTERIOUS SKIN von Enfant Terrible Gregg Arraki (DOOM GENERATION) die neuesten Kreationen zweier besonderer Talente vorstellen zu können.

Tröstende Filmperlen gegen Fernweh bieten etwa der indische Lesbenfilm THE JOURNEY, eine Mutter mit 2 ½ schwulen Söhnen in der heiteren Singapur-Komödie RICE RHAPSODY oder Hongkongs lesbisches Romantik-Highlight BUTTERFLY. Dazu verliebte Momentaufnahmen von mexikanischen Strippern (ZONA ROSA), packende Details aus Tel Avivs Stricherszene (GOOD BOYS) und eine Ode an den Duft marokkanischer Männlichkeit (A SCENT NAMED SAÏD).

Eyecandy und sexy games: Ob einer Porno-Legende auf der Spur wie in EXPOSED, aufschlussreiche Enthüllungen über GAY SEX IN THE 70S, schmerzvolle Lust in VANILLA und A YEAR WITHOUT LOVE – Erotik steht ganz hoch im Kurs und nicht nur bei den Männern. Dank THE L WORD dürfen sich endlich auch Lesben mit einer QUEER AS FOLK-würdigen Frauensoap im Hollywood-Format vergnügen.

Nachdenkliches: Während uns Guerilla-Filmer Rosa von Praunheim die Widersprüche schwuler Neonazis eindrucksvoll einfängt (MÄNNER, HELDEN, SCHWULE NAZIS), präsentiert Frankreich Kino der großen Gefühle mit schwuler Liebe im Dritten Reich (A LOVE TO HIDE). Der mit dem Teddy Award ausgezeichnete KATZENBALL begeistert als bunte Geschichtscollage aus 80 Jahren lesbischer Emanzipation. Nicole Conns aufwühlendes Porträt LITTLE MAN stellt dagegen Kernfragen zu lesbischer Mutterschaft. Gewalt gegen Schwule (HATE CRIME), Homophobie (GAS), Pädophilie (SAY UNCLE) oder ein sensibler Diskurs zum Schrecken des 11. September (WTC VIEW) – Brennpunkte liegen im Trend und die aktuellen Filme scheuen sich nicht unbequeme Themen anzupacken.

Schwule Thrills und Rock'n'Roll: Von der Gay Mystery (THIRD MAN OUT) über das famose Anti-Marihuana-Sing-A-Long-Musical mit Starbesetzung (REEFER MADNESS) – verzaubert lässt es dieses Jahr kräftig grooven. Ob der schrille Buddy-Crowdpleaser POPULAR MUSIC über eine Teen-Band in Vittulla am Ende der Welt oder der brasilianische Erfolgshit über Pop-Legende CAZUZA. Filme über Musik und tolle Soundtracks pflastern unser Programm und fordern zum Mitwippen auf.

In diesem Sinn also "Let us entertain you…"

Viel Spaß wünscht

Euer verzaubert-Team