CENTERPIECE
TIME TO LEAVE

Frankreich 2005, ca 86 min, französische OmdU

REGIE
François Ozon

DARTSELLER
Melvil Poupaud, Jeanne Moreau, Valeria Bruni-Tedeschi

"Ich will meinen Figuren unter die Haut. Mich interessiert ihre innere Geschichte und was in Menschen vorgeht, wenn sie aus der Balance geworfen werden."

In seinem neuen Film TIME TO LEAVE – DIE ZEIT DIE BLEIBT (Im Original: LE TEMPS QUI RESTE) nähert sich Frankreichs Kult-Regisseur François Ozon (8 FRAUEN, SWIMMING POOL, 5x2) bei seiner Studie der condition humaine – ganz im Gegensatz zu seinem Vorbild Claude Chabrol – nicht mit dem kalten Blick des Vivisekteurs seinem Objekt der Begierde, sondern sehr mitfühlend, fast zärtlich.

Im Mittelpunkt dieser melancholisch-traumwandlerischen Meditation über Vergänglichkeit steht der schwule Modefotograf Romain (sensationell: Melvil Poupaud). Brutal wird er aus seinem schnellen Leben – in dem vor allem Sex, Geld und Koks die hedonistischen Drehmomente sind – heraus gerissen, als ihm sein Arzt eröffnet, dass er einen bösartigen Tumor im Kopf hat. Restlebenszeit: drei Monate. Maximal. Nachdem er den ersten Schock halbwegs verarbeitet hat, beschließt Romain, anstatt sich in eine wenig Erfolg versprechende Chemotherapie zu begeben, die verbleibenden Tage mit Würde zu erleben.

Der Höhepunkt dieser emotionalen Reise, auf der Romain noch einmal seinen Eltern (Daniel Duval; Marie Rivière), seiner Schwester (Louise-Anne Hippeau), seiner geliebten Großmutter (Jeanne Moreau) und seinem Lover Sasha (Christian Sengewald) begegnet, ist das zufällige Zusammentreffen mit der Bedienung (Valeria Bruni-Tedeschi) in einem Schnellrestaurant. Ihr seltsames Anliegen an ihn hat weit reichende Konsequenzen – über den Tod hinaus.
All dies setzt Ozon bemerkenswert unprätentiös und weit ab von den üblichen Klischees ins Bild. Hier wird kein Seelenkitsch verhandelt und niemand – auch nicht Romain – in seinem Gefühlschaos ausgestellt. Hier wird nicht versucht, ein Leben zu erklären. Hier schaut man jemandem beim Leben zu. Auch die lose eingestreuten Flashbacks aus Romains Kindheit werden nicht zu Schlüsselmomenten stilisiert. Sie kommen Romain einfach in den Sinn. Und sie zeigen, dass vielleicht die schönsten Momente des Lebens die leisen, intimen, unschuldigen sind. TIME TO LEAVE ist weniger das Protokoll eines Sterbenden, denn das Manifest eines Menschen, der gelebt hat – wenn auch nur kurze 31 Jahre.

One great bonus of TIME TO LEAVE is – despite of its emotional intelligence – Ozon’s decision to be politically incorrect whenever he wants to be. The main character Romain had his obviously very successful and nonchalant coming-out a long time ago. He hates children and his selfish sister, he has a menage-à-trois and fantasises about sleeping with his (older) doctor. Not to mention that he pissed in the holy water in church, when he was a boy. But people change. And watching Romain’s transformation in TIME TO LEAVE is a truly moving experience.

“How does this human heart react to the challenge of a sudden and definitive change in your expectations of the world? TIME TO LEAVE takes the time to reflect as so many of history’s great French films have. It is among the least tricky of Ozon’s films, which also makes it one of the best.” Movie City News

A master of emotional control, Ozon keeps the mood surprisingly light and breezy between the moments of sadness. While LE TEMPS QUI RESTE could be read as a satire of selfishness in gay men, as well as their complicated connection to the idea of the modern family, Ozon is after something much more direct: a brutally honest evaluation of how a young man goes about dying. He succeeds with quiet authority. -- Toronto International Film Festival

 

MÜNCHEN 13 November 19h30 City
FRANKFURT 19 November 19h30 Metropolis 8
KÖLN 20 November 19h30 Residenz 1

BERLIN

04 Dezember 19h30 Kino International

 

TIME TO LEAVE

aka LE TEMPS QUI RESTE
aka DIE ZEIT DIE BLEIBT

Frankreich 2005, 35mm, ca 86 min, französische OmdU, Erstaufführung

Regie:
François Ozon

Darsteller:
Melvil Poupaud, Jeanne Moreau, Valeria Bruni-Tedeschi

Drehbuch:
François Ozon

Produzenten:
Olivier Delbosc, Marc Missonnier

Kamera:
Jeanne Lapoirie

Musik:
Marc-Antoine Charptenier

Produktionsdesign:
Katia Wyszkop

Weltvertrieb/Produktion:
Celluloid Dreams
2, rue Turgot, 75009 Paris
tel +33 1 4970 0370
fax: +33 1 4970 0371
email: info@celluloid-dreams.com

Verleih:
Prokino Filmverleih

Offizielle Internetseite:
www.francois-ozon.com (englisch und französisch)